Pflegeverstärkungsgesetz II, alles für`n Arsch?
oder: Geld geht vor Liebe
Die große Revolution ward angekündigt. Nun, mit dem neuen Verstärkungsgesetz II sollte alles besser werden. Mehr Geld, mehr Zeit, mehr Möglichkeiten in den einzelnen Pflegestufen....T`schuldigung. Pflegegraden natürlich.
Oh ja. Die Erwartungen waren auf jeden Fall groß. Zumindest bei mir.
Würden meine Dementen nun mehr Zeit zur Verfügung bekommen?
Oh ja. Die Erwartungen waren auf jeden Fall groß. Zumindest bei mir.
Würden meine Dementen nun mehr Zeit zur Verfügung bekommen?
Würden sie nun mehr Möglichkeiten haben?
Wahrlich mehr Geld?
Könnte denn das wahr sein? Sollte sich dieser Traum erfüllen?
Wollen wir das doch mal beleuchten.
Und zwar anhand der Möglichkeiten für genau mein Klientel. Den demenziell Erkrankten.
Dazu muss ich aber erst einmal erklären, welche Möglichkeiten ICH denn im Speziellen abrechnungstechnisch mit meinen Dementen hatte.
Wahrlich mehr Geld?
Könnte denn das wahr sein? Sollte sich dieser Traum erfüllen?
Wollen wir das doch mal beleuchten.
Und zwar anhand der Möglichkeiten für genau mein Klientel. Den demenziell Erkrankten.
Dazu muss ich aber erst einmal erklären, welche Möglichkeiten ICH denn im Speziellen abrechnungstechnisch mit meinen Dementen hatte.
Jeder Demente hatte, unabhängig von anderweitigen Arten von Erkrankungen, bei einer "leichten " Demenz ein Betreuungsgeld von 104 Euro im Monat.
Jeder Demente, der eine mittlere bis schwere Demenzerkrankung hatte, bekam 208 Euro im Monat.
Betreuungsgeld nach §45b sind Gelder, die NUR von zertifizierten Diensten, wie wir einer sind, direkt über die Krankenkasse angerechnet werden können.
Also gut, wir merken uns: 104 €leichte Demenz
Jeder Demente, der eine mittlere bis schwere Demenzerkrankung hatte, bekam 208 Euro im Monat.
Betreuungsgeld nach §45b sind Gelder, die NUR von zertifizierten Diensten, wie wir einer sind, direkt über die Krankenkasse angerechnet werden können.
Also gut, wir merken uns: 104 €leichte Demenz
2o8 € fortgeschrittene Demenz.
Kann man sich gut merken.
Bevor wir nun weiter sinnieren wollen wir kurz über Demente mit leichter Demenz sprechen. Beziehungsweise über deren Angehörige.
Menschen mit einer leichten Demenz kommen in der Regel noch sehr gut allein zurecht. Oder sagen wir mal so. Die Angehörigen kommen in der Regel mit ihren dementen Lieben noch sehr gut ohne Hilfe klar. Die meisten Angehörigen suchen sich erst Hilfe, wenn die Erkrankung fortschreitet und man seine Lieben nicht mehr allein lassen kann.
Das ist traurig, aber wahr.
Solange die Oma oder der Opa noch "zufrieden in seinem Sessel sitzt" und keine weitere Arbeit macht, ist alles in Ordnung.
Das Resultat aus diesem Denken ist, dass wir hier bei uns kaum Demente mit leichter Demenz hatten.
Bevor wir nun weiter sinnieren wollen wir kurz über Demente mit leichter Demenz sprechen. Beziehungsweise über deren Angehörige.
Menschen mit einer leichten Demenz kommen in der Regel noch sehr gut allein zurecht. Oder sagen wir mal so. Die Angehörigen kommen in der Regel mit ihren dementen Lieben noch sehr gut ohne Hilfe klar. Die meisten Angehörigen suchen sich erst Hilfe, wenn die Erkrankung fortschreitet und man seine Lieben nicht mehr allein lassen kann.
Das ist traurig, aber wahr.
Solange die Oma oder der Opa noch "zufrieden in seinem Sessel sitzt" und keine weitere Arbeit macht, ist alles in Ordnung.
Das Resultat aus diesem Denken ist, dass wir hier bei uns kaum Demente mit leichter Demenz hatten.
Nun haben wir also schlußfolgend daraus beinahe nur Menschen mit schweren Demenzen. Und bei 208 Euro im Monat, wenn eben nur dieses von den Angehörigen zur Verfügung gestellt wird, konnten wir die Familien zumindest 8 Stunden im Monat entlasten. Da kann man zum Frisör gehen, oder mal groß einkaufen. Oder auch mal ein Date wahrnehmen.
Zum Bingo meinethalben, oder zu Sport.....Na,, Sie wissen schon.
Zum Bingo meinethalben, oder zu Sport.....Na,, Sie wissen schon.
Jetzt darf man sich nicht falsch verstehen wenn ich sage: Angehörige geben in der Regel nur das absolut notwendigste für ihre an Demenz erkrankten Familienmitglieder aus. Es mag da natürlich Ausnahmen gelten und wenn gerade SIE so eine Ausnahme sind, dann klatsche ich Beifall und beuge das Knie.
Sie geben also folgende Beträge zur selbstverantwortlichen Versorgung und Pflege Ihres Erkrankten aus:
1612 Euro Verhinderungspfegegeld. ( Sie rufen diesen Betrag nicht einfach für sich selber ab.)
Zumindest einen Teil des Pflegegeldes, welches auf Ihr Konto fließt.
1612 Euro Verhinderungspfegegeld. ( Sie rufen diesen Betrag nicht einfach für sich selber ab.)
Zumindest einen Teil des Pflegegeldes, welches auf Ihr Konto fließt.
Eventuell die 40% Regelung trotz Minderung des Pflegegeldes.
Wenn dem so ist: Bravo. Zählen Sie sich ab nun bitte zur besonderen Ausnahme.
Wenn dem so ist: Bravo. Zählen Sie sich ab nun bitte zur besonderen Ausnahme.
Denn schmerzlich erfahren musste ich durch das nun so tolle Pflegeverstärkungsgesetzt folgendes.
Ist Geld erst mal auf das Konto der Angehörigen....dann bleibt es dort bis der neue Fernseher zusammen gespart ist.
Ich hole zu weit aus.
Das neue PVGII fährt nun nämlich mit folgender Neuerung auf:
Das Betreuungsgeld...oftmals das einzige Geld, das ein Demenzerkrankter zur Verfügung hat um Betreuung und Begleitung für sich in Anspruch zu nehmen, wurde schlichtweg pauschalisiert.
Nun bekommt jeder Demenzkranke 125 Euro im Monat.
Klingt gut?
Nein.
Wie wir vorausgehend schon erkundet haben: Angehörige die Menschen mit einer leichten Demenz Versorgen...wobei diese oft auch noch alleine im eigenen Haushalt leben...suchen sich noch keine Unterstützung. Sie benötigen noch keine.
Die fallen schon mal weg. Milliarden von Euros also komplett unberührt. Damit rechnen die Kassen im übrigen auch.
Der Kranke, der also eine schwere Demenz hat, bekommt aber statt 208 Euro AUCH nur noch 125 Euro.
Das sind bedeutend weniger Stunden für einen Betreuungsdienst.
Und das stößt auf Unverständnis:
Nun müssen Dienste wie wir es sind sich die Frage gefallen lassen, warum wir nicht mehr im gewohnten Umfang betreuen können.
Hm....da fragt sich der mündige Bürger: Aber da muss doch irgendwo was MEHR an Geld drauf
Ist Geld erst mal auf das Konto der Angehörigen....dann bleibt es dort bis der neue Fernseher zusammen gespart ist.
Ich hole zu weit aus.
Das neue PVGII fährt nun nämlich mit folgender Neuerung auf:
Das Betreuungsgeld...oftmals das einzige Geld, das ein Demenzerkrankter zur Verfügung hat um Betreuung und Begleitung für sich in Anspruch zu nehmen, wurde schlichtweg pauschalisiert.
Nun bekommt jeder Demenzkranke 125 Euro im Monat.
Klingt gut?
Nein.
Wie wir vorausgehend schon erkundet haben: Angehörige die Menschen mit einer leichten Demenz Versorgen...wobei diese oft auch noch alleine im eigenen Haushalt leben...suchen sich noch keine Unterstützung. Sie benötigen noch keine.
Die fallen schon mal weg. Milliarden von Euros also komplett unberührt. Damit rechnen die Kassen im übrigen auch.
Der Kranke, der also eine schwere Demenz hat, bekommt aber statt 208 Euro AUCH nur noch 125 Euro.
Das sind bedeutend weniger Stunden für einen Betreuungsdienst.
Und das stößt auf Unverständnis:
Nun müssen Dienste wie wir es sind sich die Frage gefallen lassen, warum wir nicht mehr im gewohnten Umfang betreuen können.
Hm....da fragt sich der mündige Bürger: Aber da muss doch irgendwo was MEHR an Geld drauf
gekommen sein.
Aber ja! das ist es auch. Ich vergaß zu erwähnen. Das Pflegegeld, also jenes Geld welches der Angehörige für die eigenverantwortliche Organisation von Pflege und Pflegeprodukte zur Verfügung hat, ist DEUTLICH erhöht worden.
Warum ich das vergessen habe?
Weil ich das vergessen kann!
Warum ich das vergessen habe?
Weil ich das vergessen kann!
Dieses Geld wird nämlich in der Regel NICHT zu Gunsten des demenziell Erkrankten ausgegeben.
Ist dieses Geld erst mal auf das Konto des Angehörigen, so bleibt es da auch.
Also laufen Gespräche mit Angehörige wie folgt ab:
Ist dieses Geld erst mal auf das Konto des Angehörigen, so bleibt es da auch.
Also laufen Gespräche mit Angehörige wie folgt ab:
Ich:" Ich möchte Ihnen gerne des gewohnten Stundenumfang zur Verfügung stellen. Sie brauchen Entlastung. Das weiß ich"
Angehöriger:" Ja, aber das machen Sie ja nicht für die 125 Euro! * Entrüstung auf Seite des Angehörigen der nicht glauben kann, kann ich keine Stunden umsonst arbeiten kann*
Ich:" Aber Sie haben doch dafür mehr Pflegegeld bekommen. Dafür ist es doch da. Geben Sie doch nur das aus, was Sie nun mehr bekommen. Damit haben Sie keinen Verlusst und ich kann sogar NOCH MEHR Stunden als vorher anbieten."
Angehöriger:" Ne! Jetzt bekomm ich schon mal mehr. Sie haben ja keine Vorstellung was wir für Ausgaben haben!"
Ich :....." Ihre Ausgaben sind von Ihnen zu tragen. Nicht von Ihrer Mutter ( Vater, Opa, Oma)
Angehöriger: "Also ich gebe nicht mehr aus als das Betreuungsgeld."
Angehöriger:" Ja, aber das machen Sie ja nicht für die 125 Euro! * Entrüstung auf Seite des Angehörigen der nicht glauben kann, kann ich keine Stunden umsonst arbeiten kann*
Ich:" Aber Sie haben doch dafür mehr Pflegegeld bekommen. Dafür ist es doch da. Geben Sie doch nur das aus, was Sie nun mehr bekommen. Damit haben Sie keinen Verlusst und ich kann sogar NOCH MEHR Stunden als vorher anbieten."
Angehöriger:" Ne! Jetzt bekomm ich schon mal mehr. Sie haben ja keine Vorstellung was wir für Ausgaben haben!"
Ich :....." Ihre Ausgaben sind von Ihnen zu tragen. Nicht von Ihrer Mutter ( Vater, Opa, Oma)
Angehöriger: "Also ich gebe nicht mehr aus als das Betreuungsgeld."
Dazu muss man folgendes sagen: Angehörige versuchen nun auf kuriose Art und Weise mehr Stunden zu ergattern, laufen zu ihren Kassen und "beantragen" mehr Betreuungsstunden. Denn natürlich sind völlig ...VÖLLIG...überlastet, aber eben nicht bereit das "obendrauf" Pflegegeld aus zu geben.
Die Kassen schütteln nur den Kopf und sagen genau das, was ich auch erkläre: Sie haben mehr Pflegegeld. Verwenden Sie es!"
Aber das passiert nicht.
Also haben wir vernachlässigte Demenzerkrankte, völlig überforderte Angehörige und genervte Betreuungsdienste.
Geld geht eben vor Liebe.
Die Kassen schütteln nur den Kopf und sagen genau das, was ich auch erkläre: Sie haben mehr Pflegegeld. Verwenden Sie es!"
Aber das passiert nicht.
Also haben wir vernachlässigte Demenzerkrankte, völlig überforderte Angehörige und genervte Betreuungsdienste.
Geld geht eben vor Liebe.



